Ist Reiten Sunnah?
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Die Aussage "Reiten ist Sunnah" lässt sich aus islamischer Sicht grundsätzlich bejahen, aber mit Differenzierung.
Der Prophet Mohammed (saws) ritt regelmäßig selbst auf Pferden (al-Sakb), Maultieren (DulDul) und Kamelen. Reiten war Teil seiner Alltagsmobilität, bei Reisen und Schlachten. Das macht Reiten zur gelebten Sunnah (prophetisches Vorbild).
Anas Ibn Malik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:
Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil, sagte: Der Segen ist mit den Stirnlocken der Pferde verbunden.
[Ṣaḥīḥ Muslim, Kapitel , Hadithnr. 3482]
Zudem veranstaltete der Prophet Mohammed (saws) auch Pferderennen:
Ibn `Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete:
Der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, veranstaltete ein Pferderennen. Die geschulten Rennpferde liefen von Al-Hafya´ nach Thaniyat Al-Wada`, die ungeschulten Rennpferde liefen aber von Ath-Thaniya zur Moschee von Banu Zuraiq.
[Ṣaḥīḥ Muslim, Kapitel , Hadithnr. 3477]
Aber Reiten ist keine Sunnah im engeren religiösen Sinne! Reiten an sich ist keine gottesdienstliche Handlung (Ibadaah). Man bekommt nicht automatisch eine Belohnung nur durch Reiten, es sei denn:
- man nutzt es für einen guten Zweck
- man handelt mit der Absicht, dem Vorbild des Propheten (saws) zu folgen
Reiten an sich ist zudem nicht geschlechtsspezifisch. „Die Frauen der Quraisch sind die besten Kamelreiterinnen“ [al Bukhari 5082]. Es geht also nicht ums Geschlecht sondern um Reife, Köperbewusstsein und Charakter.
Verbinde das Reiten mit einer guten und aufrichtigen Absicht, so kann es zur Ibadaah (Gottesdienst) werden.
Durch das Reiten kannst du Achtsamkeit, Verantwortung, Empathie trainieren. Es kann ein Sport sein, das uns zu starken, zentrierten, mitfühlenden Menschen macht.
In der Sunnah steckt oft das, was uns fehlt - und was uns heilt.